Armut richtig bekämpfen!

Im Jahr 2018 waren 109,2 Millionen Personen bzw. 21,7% der Bevölkerung in der Europäischen Union von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das bedeutet, dass sie sich in mindestens einer der folgenden drei Situationen befanden: sie waren nach Zahlung von Sozialleistungen von Armut bedroht (Einkommensarmut), sie litten unter erheblicher materieller Deprivation oder lebten in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbstätigkeit. Nachdem der Anteil der Personen in der EU, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind, zwischen den Jahren 2009 und 2012 dreimal in Folge gestiegen war und fast 25% erreicht hatte, ist er seither stetig gesunken und lag letztes Jahr bei 21,7%, 2 Prozentpunkte unter seinem Referenzniveau von 2008 und 0,7 Prozentpunkt unter dem Niveau von 2017. Trotz des kontinuierlichen Rückgangs seit dem Höhepunkt im Jahr 2012 (123,8 Millionen Personen), sind im Vergleich zum Ausgangswert von 2008 lediglich um 8,2 Millionen Menschen weniger von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.

 

Damit liegt das Europa-2020-Ziel in weiter Ferne:

Reduzierung des Risikos von Armut oder sozialer Ausgrenzung um mindestens 20 Millionen im Vergleich zum Ausgangswert. Die Verringerung der Anzahl der Personen in der EU, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind, ist eines der Kernziele der Europa 2020-Strategie.  

 

Ein großer Teil der Armut in der EU ist Altersarmut: Mehr als jeder fünfte Rentner könnte in 20 Jahren von Altersarmut bedroht sein, zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Altersarmut entsteht durch zu geringe Vorkehrungen zum Sparen während eines Arbeitslebens. Aufbau sozialer Strukturen und vor allem finanzielle Unabhängigkeit lässt Menschen entspannter in den Ruhestand gehen. Der Staat ergreift zu geringe Maßnahmen, seine Bürger während eines Arbeitslebens auf den Ruhestand vorzubereiten. Die Altersarmut ist dabei in jeder Hinsicht vorprogrammiert. Jeder Bürger ist eigenverantwortlich in der Verpflichtung, sich um die finanzielle Unabhängigkeit noch während seines Arbeitslebens zu kümmern. Entscheidend dabei ist, ETWAS zu tun.

Massimo di Santo