Geld ist ein sehr emotionales Thema

Das erklärt zum Teil, warum wir uns alle so bemühen, das Geld bestmöglich auszugeben, zu sparen und zu investieren. Aber was passiert wirklich in unserem Gehirn, wenn es ums Geld geht?

In einem Harvard Business Review-Artikel des Autors Kabir Sehgal wurde nach Antworten auf diese Frage gesucht, indem einige der wichtigsten geldbezogenen Studien der letzten zwei Jahrzehnte aufgeschlüsselt wurden. Die Antwort ist, kurz gesagt, eine unglaublich große Menge.

Hier sind drei der wichtigsten:

 

 

  • Magenschmerzen die Sie spüren, wenn Ihr Geld einem Risiko ausgesetzt ist, sind dabei absolut echt.
    In einer Studie aus dem Jahr 2003 wurden Testpersonen gebeten, ein Spiel zu spielen, das unter Verhaltensökonomen als „Ultimatum-Spiel“ bekannt ist: Ein Paar das sich nicht kennt, erhält eine Geldsumme und wird gebeten, diese zu teilen. Die eine Person fungiert dabei als Anbieter und die andere als Annehmer. Wenn sich das Paar nicht auf eine Teilung einigen kann, erhält keiner von beiden etwas.
    Nicht nur lehnten die Annehmer mehr als 50% der unseriösen Angebote ab (eine irrationale Wahl, da etwas besser ist als nichts), sondern die Studie ergab auch, dass solche Angebote einen Teil des Gehirns aktiviert haben, der mit Angst, Schmerz und Hunger verbunden ist. Dieser Teil des Gehirns hat sogar so genannte Spindelzellen - eine Art von Zelle, die vor allem im Verdauungssystem zu finden ist.
    Wie Jason Zweig in seinem Buch „Your Money and your Brain“ aus dem Jahr 2008 schreibt, wenn man ein Bauchgefühl hat, dass eine Investition sich negativ entwickeln könnte, kann man sich das vielleicht nicht vorstellen. Die Spindelzellen, die mit dem Verdauungssystem synchron funktionieren, befeuern dabei den Magen uns lösen den Schmerz aus.

 

  • Ein Gehirn das Geld verdient, sieht aus wie ein Gehirn auf Kokain.
    1997 stellte eine Studie Hirnscans an Kokainabhängigen mit hohem Drogenkonsum an, neben Nichtabhängigen, die aber ein Geldspiel spielten, in dem sie das Potenzial hatten, Geld zu gewinnen oder zu verlieren.
    Was sie heraus fand, war deutlich: Spieler, die im Begriff waren, Geld zu verdienen, zeigten eine erhöhte Gehirnaktivität in dem „Nucleus accumbens", einem Teil des Gehirns, der an Belohnung, Vergnügen, Motivation und Sucht gebunden ist. Die Hirnscans von den Kokainabhängigen waren davon fast nicht zu unterscheiden.
    Wenn die Menschen also sagen, daß Geld eine Droge ist, sind sie nicht weit davon entfernt.
    Ob überhaupt ein Risiko eingegangen werden kann, findet in einem anderen Teil des Gehirns statt.

 

  • In einer dritten Studie im Jahr 2005 überwachten dieselben Forscher die Gehirnaktivität der Teilnehmer, die sich zwischen einer Anlage in Aktien und Anleihen entscheiden mussten. Dabei erhielten sie nur Informationen über die vergangene Kursentwicklung. Die Teilnehmer gingen dabei zwei Arten von Fehlern ein: Zum einen kauften die Teilnehmer, die ein hohes Risiko eingehen wollten, Aktien, die bereits eine starke Kursentwicklung hinter sich hatten. Zum anderen, um ein geringes Risiko einzugehen, kauften die Teilnehmer lieber Anleihen, obwohl eine Aktie aber vielversprechender gewesen wäre. Im Gehirn sahen die beiden völlig anders aus.
    Während die Fehler der risikobereiten Teilnehmer mit einer hohen Aktivität des „Nucleus accumbens“ verbunden waren, waren die Fehler der risikoscheuen Teilnehmer mit der Aktivität der „anterior Insula“ verbunden, einer Drehscheibe sozialer Emotionen und des Selbstbewusstseins, die laut anderen Studien auftauchen, wenn Menschen Schmerzen empfinden, Schmerzen antizipieren, sich in andere einfühlen oder Ekel im Gesicht von jemandem sehen.

 

Eine Investmententscheidung zu treffen, sollte nie von Emotionen geleitet sein. Das Ergebnis dabei wird  keinesfalls positiv ausfallen. Ganz zu schweigen die Auswirkung auf die Gesundheit und die Lebensqualität. Der systematische Investmentprozess ist dabei eine große Unterstützung, limitiert Fehler und maximiert den Profit, garantiert ohne Magenschmerzen.

Massimo di Santo