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Marktupdate Januar 2026: Politik, Euro-Stärke, Gold und die große Frage nach Stabilität
Dienstagvormittag, 11:45 Uhr – und wir sind schon fast am Ende des Januars angekommen. Was sich eigentlich nach einem ruhigen Jahresstart anhören könnte, ist 2026 bislang das genaue Gegenteil: Die Märkte erleben bereits wieder eine hohe Dynamik – getrieben vor allem durch politische Spannungen auf der Weltbühne.
Nach den Feiertagen gab es vielleicht kurzzeitig so etwas wie „Ruhe“, aber von einer echten Verschnaufpause kann keine Rede sein. Im aktuellen Livestream haben wir deshalb die zentralen Themen der Woche eingeordnet – und vor allem darauf geschaut, wie stabil Märkte auf politische Ankündigungen reagieren.
1) Grönland, Zölle und politische Nebelkerzen: Wie ernst wird es wirklich?
Eines der größten Diskussionsthemen dieser Tage bleibt erneut Donald Trump – und insbesondere das stark aufgeheizte Grönland-Narrativ inklusive neuer Zollandrohungen.
Die entscheidende Frage lautet: Wie realistisch ist das Szenario tatsächlich – und was bedeutet es für Anleger?
Unsere Einschätzung: Vieles wirkt wie „Nebellicht“, das gezielt gezündet wird – aus innenpolitischen Gründen, aus taktischem Kalkül oder als Druckmittel. Vor allem die Argumentation über „nationale Sicherheit“ erscheint in der jetzigen Lage wenig überzeugend, denn: Grönland ist sicherheitspolitisch längst im Fokus – nicht nur der USA, sondern der NATO und Europas insgesamt. Die Präsenz und das Signal nach außen werden ohnehin verstärkt.
Gleichzeitig spitzt sich die innenpolitische Lage in den USA zu. Besonders mit Blick auf die Midterm-Wahlen im November steigt der Druck, denn Trumps Position könnte durch einen Machtverlust im Kongress deutlich geschwächt werden. Auch innerhalb der politischen Lager formiert sich spürbar Widerstand.
2) Europa wirkt geschlossen – und überraschend stark
Spannend ist dabei vor allem, wie Europa auftritt: ungewöhnlich einheitlich, konsequent und außenpolitisch deutlich stabiler als viele es noch vor einem Jahr erwartet hätten.
Ein Beispiel: Selbst wenn einzelne Staaten durch Sonderregelungen oder Zoll-Ausnahmen vermeintlich „verschont“ werden sollen, bleibt die Reaktion europäisch geschlossen. Die Botschaft ist klar: Zölle sind kein nationales Thema – sondern ein europäisches.
Diese Geschlossenheit sorgt nicht nur für politische Stabilität, sondern wirkt sich auch finanziell aus.
3) Euro im Aufwind: Ein Signal an die Weltmärkte
Besonders auffällig: Der Euro zeigt Stärke – und das ist ein echtes Signal.
Denn Währungsbewegungen sind häufig auch ein Spiegel der Frage:
Wie wird Europa international wahrgenommen – gerade in Asien und außerhalb der USA?
Aktuell deutet vieles darauf hin, dass Europa wieder deutlich mehr Vertrauen erhält. Für Investoren ist das relevant, vor allem in breit aufgestellten Portfolios mit globaler Diversifikation.
4) Gold bleibt hoch: Sicherer Hafen – oder längst überdehnt?
Gold ist weiterhin stark – obwohl viele Anleger inzwischen zu Recht fragen, ob der Begriff „sicherer Hafen“ überhaupt noch passt, wenn die Bewertung bereits sehr anspruchsvoll ist.
Warum bleibt Gold so stabil bzw. steigt sogar wieder?
Der Haupttreiber ist eindeutig: politische Unsicherheit und Eskalationsrisiken. Gerade kriegerische Rhetorik oder Drohkulissen wirken wie Treibstoff für Gold, während Aktienmärkte in solchen Phasen häufig unter Druck geraten.
Gleichzeitig ist wichtig:
Niemand „spekuliert auf Krieg“ – im Gegenteil. Ein echtes Eskalationsszenario zwischen USA und Europa wäre nicht nur für Märkte, sondern für globale Stabilität ein Schock, von dem sich die Welt nur sehr schwer erholen würde.
5) Aktienmärkte: Zölle bremsen Wachstum – Protektionismus bremst Märkte
Die Reaktion der Aktienmärkte ist in diesem Umfeld nachvollziehbar. Protektionismus und Strafzölle wirken wie eine Wachstumsbremse – nicht nur für einzelne Regionen, sondern global.
Denn wenn Handelsströme erschwert werden, bedeutet das:
- höhere Kosten
- weniger Investitionen
- geringere Dynamik im Welthandel
- steigende Unsicherheit
Das Ergebnis: Aktienmärkte werden anfälliger für Rücksetzer – vor allem, wenn politische Risiken zunehmen.
6) Krypto: stabil, aber klarer Risikomarkt
Auch der Kryptomarkt folgt in vielen Phasen dem Verhalten der Aktienmärkte – denn er bleibt ein klassischer Risikomarkt.
Aktuell zeigt sich Bitcoin dennoch relativ stabil und hält sich auf einem hohen Niveau um ca. 90.000 Punkte (mit Schwankungen nach oben und unten). Das ist grundsätzlich ein Zeichen von Marktstabilität.
Aber auch hier gilt:
Mehr politische Unsicherheit bedeutet oft auch mehr Zurückhaltung – und damit Druck auf Risiko-Assets.
7) Blick nach vorn: Davos, G7, EU-Rat und Zentralbanken
Die nächsten Wochen bleiben ereignisreich. Auf der Agenda stehen unter anderem:
- Weltwirtschaftsforum in Davos
- politische Gespräche auf höchster Ebene (G7 / EU-Termine)
- EZB- und Fed-Sitzungen
- neue Konjunkturdaten und geopolitische Entwicklungen
Kurz gesagt: Das nächste Thema kommt garantiert – und Märkte werden weiter sensibel reagieren.
Fazit: Europa stabil – Märkte wachsam – Strategie bleibt entscheidend
Die gute Nachricht zum Schluss:
Die wirtschaftlichen Daten aus Europa wirken stabil, und auch die Einschätzungen für Wachstum hellen sich auf. Die Entwicklung zeigt: Es wird nicht nur „schwarz gemalt“ – Europa ist aktuell eher auf einem konstruktiven Weg.
Und genau deshalb ist es jetzt entscheidend, ruhig zu bleiben:
Nicht jede Schlagzeile ist ein Trend – aber jede Bewegung ist ein Signal.